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Änderung der Mitgliedschaft von Greenpeace International im Forest Stewardship Council (FSC)

Obwohl Greenpeace International ein Gründungsmitglied des FSC war, hat dieses im März 2018 beschlossen, seine FSC-Mitgliedschaft nicht zu erneuern. Denn die FSC-Prinzipien und Kriterien werden in Ländern auf unterschiedliche Art und Weise implementiert. Zusätzlich kann das FSC-System in einigen Ländern den Schutz der Wälder nicht garantieren.

Die Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen. Der FSC ist ein weltweit einmaliges System, in dem Vertreterinnen und Vertreter der Industrie, Umweltschutzorganisationen, soziale Organisationen und indigene Vertreterinnen und Vertreter gemeinsam Richtlinien für eine nachhaltige Forstwirtschaft erarbeiten. Obwohl Greenpeace International seine Mitgliedschaft somit zurückzieht, wird die Organisation weiterhin mit FSC International und FSC-Mitgliedern bezüglich Waldschutz und Menschenrechten in Dialog treten.

Trotzdem werden die FSC-Prinzipien und Kriterien in Ländern auf unterschiedliche Art und Weise implementiert. In einigen Regionen verbesserte die FSC-Zertifizierung die Forstpraktiken. Doch besonders in Regionen, wo demokratische und zivilgesellschaftliche Institutionen geschwächt sind und Korruption an der Tagesordnung steht, konnten die Forstpraktiken durch eine FSC-Zertifizierung nicht verbessert werden.

Als Waldzertifizierungssystem ist der FSC ein Instrument für die Bewirtschaftung von Wäldern. Greenpeace ist jedoch der Meinung, dass dieses Zertifizierungssystem nicht ausreicht, um einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Wälder zu gewährleisten. Obwohl der FSC verankerte Regeln für den Erhalt der Wälder besitzt und seinen Teil dazu beitragen kann, die Wälder zu schützen, legt der FSC momentan seinen Fokus auf kommerzielle Forstmaßnahmen. Aus diesem Grund sind Veränderungen innerhalb des FSC notwendig, um Wälder großflächig in Regionen auf der ganzen Welt zu schützen.

Außerdem ist Greenpeace der Meinung, dass Transparenz die Basis für eine soziale – und ökologisch-verantwortliche Waldbewirtschaftung darstellt. Um als glaubwürdig zu gelten, muss ein Waldzertifizierungssystem digitale Karten für zertifizierte Forstbetriebe und Herkunftsgebiete publizieren. Weder FSC noch irgendein anderes Waldzertifizierungssystem publiziert diese Karten momentan. Genauso wenig erstellen sie öffentlich zugängliche Prüfungsberichte, die für alle Produktionsketten verfügbar sind.

Aus diesem Grund schränkt Greenpeace International seine globale Unterstützung für FSC ein. Da die FSC-Prinzipien und Kriterien in Ländern auf unterschiedlicher Art und Weise implementiert werden, steht es den einzelnen Länder- und Regionalbüros von Greenpeace frei, ob sie Mitglied bei FSC sein wollen oder nicht.

Die Position von Greenpeace zu schwächeren Waldzertifizierungsprogrammen bleibt unverändert. Wir unterstützen weder PEFC (Pan European Forest Certification), noch jene mit PEFC verbundene Zertifizierungssysteme (wie Sustainable Forestry Initiative (SFI) in Nordamerika, der Malaysian Timber Certification Council (MTCC), der Australian Forestry Standard (AFS) und die Indonesian Forestry Certification Cooperation in Indonesien). Weder Greenpeace International noch ein nationales Greenpeace-Büro ist Mitglied irgendeines PEFC-Systems. Das PEFC wurde von der Forst - und Holzwirtschaft quasi als Gegenreaktion auf das FSC-Siegel gegründet und ist somit von den Interessen dieses Wirtschaftszweiges geprägt. Es weist gravierende Schwächen auf und kann nicht garantieren, dass die Produkte mit diesem Siegel aus einer ökologisch nachhaltigen und sozial vertretbaren Bewirtschaftung von Wäldern stammen.