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veröffentlicht am 03.03.2017

Klimaschutz ist Artenschutz

Heute ist Internationaler Tag des Artenschutzes. Der Aktionstag wurde ins Leben gerufen, um auf bedrohte Tiere und Pflanzen aufmerksam zu machen. Ein Anlass zu beleuchten, welche Rolle der Artenschutz für den Klimaschutz einnimmt. Und umgekehrt.

Greenpeace arbeitet weltweit zum Schutz der Wälder, der Meere und der Arktis. All diese Regionen beinhalten wichtige Ökosysteme unseres Planeten. Und diese wiederum sind für eine intakte Umwelt von großer Bedeutung. Wälder speichern extrem viel Kohlenstoff und helfen dabei, dass nicht noch mehr Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre gelangen. Jeden zweiten Atemzug, den wir tätigen, verdanken wir den Weltmeeren, da sie ein Dreiviertel des Sauerstoffs produzieren. Gleichzeitig können Ozeane extreme Temperaturschwankungen auf der Erde ausgleichen. Die Arktis hilft dabei, dass die Erde nicht noch schneller aufgeheizt wird: Denn die weiße arktische Eisdecke reflektiert die Energie der Sonnenstrahlen zurück ins Weltall. Als intakte Regionen nehmen Ökosysteme für das Eindämmen des Klimawandels eine der wichtigsten Rollen ein.

Gleichzeitig bilden Ökosysteme aber auch Lebensräume für etliche Tiere und Pflanzen. Als Ökosystem wird grundsätzlich das Zusammenspiel zwischen einem Lebensraum und seinen tierischen und pflanzlichen Bewohnern bezeichnet. Alle Lebewesen sind an ein ganz bestimmtes Ökosystem gebunden. Dabei sind alle Bestandteile des Ökosystems voneinander abhängig. Anders ausgedrückt: Mit dem Verlust von Ökosystemen gehen auch die Lebensräume verschiedener Arten verloren. Wenn jedoch Tiere und Pflanzen aussterben, kann das wiederum große negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Es ist mehr als fraglich, ob die Ökosysteme ihre Dienstleistungen auch dann noch erbringen können, wenn 30 bis 50 Prozent der Arten ausgestorben sind.

Doch die Gier nach Rohstoffen wie Holz oder fossilen Energien, unser Hunger nach Fisch sowie die Verschmutzung und Übernutzung der Natur hinterlassen ihre Spuren und gefährden diese Ökosysteme. Und somit auch den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten.

Nirgendwo sonst werden derzeit so viele Waldflächen zerstört wie in Indonesien. Schätzungen zufolge leben in den indonesischen Regenwäldern deshalb nur noch rund 400 Sumatra-Tiger in freier Wildbahn. Tiger sind eine so genannte Zeigerart. Die Zahl ihres Bestands ist ein Indikator und liefert entscheidende Hinweise auf die Gesundheit der Wälder. Wenn die Tiger nicht länger überleben können, ist auch das Überleben des Waldes und das vieler anderer Arten, die auf ihn angewiesen sind, bedroht. Auch Orang-Utans zum Beispiel haben in Indonesien in nur zwei Jahren – zwischen 2011 und 2013 - vier Prozent ihres Lebensraumes verloren.

Der Amazonas ist das artenreichste Ökosystem auf unserem Planeten: Mehr als 5.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten leben im Amazonas-Regenwald. Doch auch dort nimmt die Waldzerstörung immer mehr zu: Zwischen August 2015 und Juli 2016 wurden 8.000 Quadratkilometer Wald zerstört. Das entspricht 859 Bäumen pro Minute und bedeutet einen Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen sind 90 Prozent der globalen Fischbestände entweder bis an die Grenze genutzt oder überfischt. Der Grund dafür ist die industrielle Fischerei, die mit zerstörerischen Fangmethoden die Meere leerfischt.

Auch die Arktis – Heimat der Eisbären - ist gefährdet: Ölkonzerne bedrohen mit gefährlichen Ölbohrungen nicht nur die Region, sondern heizen den Klimawandel weiter an. Das hat wiederum extreme Auswirkungen auf die Arktis: Der Klimawandel bringt das Eis am Nordpol so rasant zum Schmelzen wie nirgendwo anders auf der Welt. Eine tragende Eisdecke über dem Meer ist jedoch das Fundament des Ökosystems Arktis. Schrumpft und schwindet das Packeis, hat dies dramatische Folgen für alle Polarbewohner, besonders aber für die Eisbären. Zwar sind die weißen Bären hervorragende Schwimmer, doch die langen Distanzen, die sie mittlerweile im Wasser zurücklegen müssen, sind auch für diese mächtigen Tiere zu viel. Der Klimawandel könnte somit zum Aussterben der Eisbären führen.

Artenschutz und Klimaschutz gehen Hand in Hand. Aktionen wie der Internationale Tag des Artenschutzes sind Anlässe, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken. Greenpeace setzt sich Tag für Tag für den Fortbestand der Arten und das Überleben unseres Planeten ein. Und gemeinsam mit unseren Unterstützerinnen und Unterstützern werden wir uns auch weiterhin mit ganzer Kraft für diese wichtigen Ökosysteme und somit für das Zuhause von Millionen von Tier- und Pflanzenarten engagieren.

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