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veröffentlicht am 09.01.2020

Buschbrände in Australien

Die größten Buschbrände der Geschichte suchen Australien heim. Hunderte Millionen Tiere sind umgekommen, zahllose Menschen verloren ihr Zuhause. Während Freiwillige beim Schlimmsten helfen, weigert sich die australische Regierung, die Ursachen anzuerkennen.

(C) SAEED KHAN / AFP via Getty Images

Die Bilder, die uns aus Australien erreichen, sind bedrückend: Gewaltige Feuerwalzen ziehen über ganze Landschaften hinweg. Menschen suchen verzweifelt am Strand Schutz, während ihr Hab und Gut ein Raub der Flammen wird. Kängurus und Koalas fliehen verzweifelt vor den Flammen, suchen sogar bei Menschen Schutz und Wasser. Viele befinden sich in mittlerweile vollkommen überlasteten Tierkliniken, wo ihre Verbrennungen behandelt werden. Und viel zu viele liegen tot am Boden, weil sie keinen Ausweg mehr fanden. Über eine Milliarde Tiere soll gestorben sein, ganze Arten sind plötzlich vom Aussterben bedroht.

Doch nicht nur unmittelbar in den Brandgebieten lauert Gefahr. Der dichte Rauch hängt über den Metropolen des Landes. Sydney, Brisbane und Canberra gehören derzeit zu den Städten mit der schlechtesten Luftqualität der Welt. Kinder, ältere und von Atemwegserkrankungen betroffene Menschen leiden stark. Selbst hunderte Kilometer entfernt in Neuseeland verfärbte sich der Himmel orange, auch in Südamerika wurde Ruß nachgewiesen.

Die Buschbrände in Australien sind die größten der Geschichte. Sie haben früher begonnen als je zuvor. Denn die Hitzewellen, die seit Jahren immer stärker werden, haben schon früh zugeschlagen. Temperaturen über 40° machen das Leben in den Städten zur Hölle und trocknen das Land aus, so dass selbst der kleinste Brand durch Blitzschläge oder menschliche Unachtsamkeit zum Inferno auswachsen kann. Die Brände werden wohl auch noch mindestens bis in den Februar weitergehen. Erst dann ist eine Wetteränderung zu erwarten.

Zwei Überlebende der Brandkatastrophe haben die Reste ihres Hauses direkt vors australische Parlament gebracht.

Ursache: Klimaerhitzung und Kohle

Die Ursache für die langen Dürre- und Hitzeperioden liegt in der Klimaerhitzung, die Australien sehr deutlich spürt. Australien bekommt damit auch die Folgen seiner eigenen Wirtschaftspolitik zu spüren: Das Land ist einer der größten Förderer von Kohle; mit dem schmutzigen Rohstoff aus Australien werden die Fabriken und Kraftwerke vor allem in China befeuert. Und von dort gelangt der aus dem australischen Boden gerissene Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre und treibt dort den Klimawandel voran.

Man sollte meinen, dass die australische Regierung alles dafür tun würde, um diese Entwicklung zu stoppen, ist es doch ihr Auftrag, im besten Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger zu handeln. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien wäre auch gerade in Australien leicht möglich, die Mehrheit der Menschen fordert genau diesen. Doch die konservative Regierung unter Premier Scott Morrison fühlt sich zuerst den mächtigen Konzernen der fossilen Industrie verpflichtet. So versucht sie die gewaltigen Tagebaue des Adani-Konzerns voranzutreiben, während an der Südküste des Landes Ölbohrungen erlaubt werden. Beides befördert den Klimawandel und zerstört auch noch einzigartige Lebensräume.

Dabei sind die Warnsignale, was diese Politik bedeutet, schon lange zu sehen: Das Great Barrier Reef, eines der großen Naturwunder der Welt, liegt im Sterben. Farmer kämpfen aufgrund des Wassermangels im ganzen Land um ihre bloße Existenz. Das Leben in den Metropolen des Landes wird bei über 40° nur noch mit Klimaanlagen halbwegs erträglich. In einem Vorort von Sydney wurden am ersten Wochenende des Jahres über 48° gemessen – eine lebensbedrohliche Hitze. Zahlreiche Tiere sind in Gefahr, Flughunde fallen vor Hitze tot von den Bäumen.

Dr Caitlin McFadden, Tierärztin in der Milton Veterinary clinic, hat ein Fuchskusu gerettet. Während die australische Regierung wenig tut, greifen Freiwillige ein und helfen Tieren und Menschen.

Greenpeace hilft – und immer mehr Gemeinschaften werden aktiv

Greenpeace fordert die Australische Regierung seit Jahren auf, endlich umzudenken. Und immer mehr Gemeinschaften werden aktiv – einige Städte haben bereits den Klimanotstand ausgerufen, die Klimabewegung wird auch in Australien immer größer. Aber auch konkret leistet Greenpeace Hilfe und stellte in einer Sofortmaßnahme 75.000 Australische Dollar für die Feuerwehren in New South Wales bereit.

Doch die Feuerbekämpfung alleine ist nicht mehr genug. Denn auch wenn die derzeitigen Buschbrände wieder verlöschen, die nächste Hitzeperiode ist nur wenige Monate entfernt. Durch die immer kürzer werdenden Kälteperioden hat die Vegetation keine Zeit mehr, sich zu erholen. Deshalb ist es notwendig, weltweit das Ende der fossilen Energien voranzutreiben. Wie dringend das ist, zeigte Greenpeace mit einer Aktion schon Anfang Dezember, als zwei Überlebende der Brandkatastrophen gemeinsam mit Greenpeace die Reste ihres Hauses direkt vor dem Parlament in Canberra abluden.

Denn Greenpeace schlägt Alarm, damit auch Politiker wie der Australische Premier Scott Morrison endlich aufwachen, die Klimakrise als den existenziellen Notfall anerkennen, die sie ist, und entsprechend zu handeln beginnen.

Die Menschen und Tiere in Australien können nicht mehr warten. Sie brauchen dringend unsere Hilfe! Menschen auf der ganzen Welt fordern daher jetzt die Regierung Australiens zum Handeln auf – unterzeichnen auch Sie den offenen Brief!

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